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3. Schülervorstellungen

Ausgehend von der derzeit weitgehend akzeptierten, gemäßigt konstruktivistischen Auffassung vom Lehren und Lernen, sind die Wissens- und Denkstrukturen von größter Bedeutung, die die Kinder in den Unterricht mitbringen und in der Lernsituation aktivieren können. Gemäß dieser Lernauffassung gewinnen Informationsangebote nur dadurch eine Bedeutung für die Lernenden, dass die Lernenden aus ihrem Langzeitgedächtnis Wissens- und Denkstrukturen aufrufen, mit deren Hilfe eine Bedeutung für die neuen Informationen konstruiert wird. Erfolgreiches Lernen setzt demnach voraus, dass bei den Lernenden geeignete Wissensstrukturen bereits vorhanden sind, die von diesen aktualisiert werden können. Zahlreiche empirische Untersuchungen aus den letzten Jahrzehnten haben gezeigt, dass die Kinder oft Vorstellungen aktivieren, die erfolgreiches Lernen erschweren. Um die dadurch entstehenden Lernschwierigkeiten möglichst gering zu halten bzw. sie sogar zu vermeiden, ist die Kenntnis der Vorstellungen wichtig, auf die die Kinder in den Lernsituationen zurückgreifen. Diese Kenntnis ermöglicht in der Unterrichtssituation spontane weiterführende Reaktionen der Lehrkraft, wenn für das Lernen problematische Vorstellungen von den Kindern geäußert werden. Bedeutsamer aber ist, schon bei der Planung des Unterrichts diese zu berücksichtigen. Z.B. durch Anbieten einer Unterrichtsstruktur, bei der Lernschwierigkeiten gar nicht oder erst später, wenn die erwünschte Sichtweise akzeptiert ist, auftreten und dann auch erfolgreich diskutiert werden können.

Mit welchen Vorstellungen der Kinder ist im Unterricht zu rechnen?

  1. Sehr verbreitet ist das Fokussieren auf einen einzigen Parameter:
    • Schwere Gegenstände gehen unter (unabhängig von ihrem Volumen bzw. ihrer Dichte).
    • Leichte Gegenstände schwimmen (unabhängig von ihrem Volumen bzw. ihrer Dichte).
    • Gegenstände, die Luft enthalten, schwimmen.
    • Alle Gegenstände aus Holz schwimmen.
    • Gegenstände, die Löcher enthalten, gehen unter.
    • Große Gegenstände gehen unter.
    • Die Form eines Gegenstandes bestimmt, ob er schwimmt oder sinkt.
    • Die Funktion eines Gegenstandes bestimmt, ob er schwimmt oder sinkt (ein Eisenschiff schwimmt, weil es als Schiff gebaut wurde).
    • Das Material, aus dem der Körper besteht, bestimmt, ob er schwimmt oder sinkt.
  2. Das Konzept der Dichte – Masse pro Volumeneinheit – bereitet allen Schülerinnen und Schülern Schwierigkeiten. Denn hier müssen zwei Größen berücksichtigt werden. Erschwerend ist zudem, dass die Dichte ein Quotient ist. Die Kinder fokussieren oft auf eine der beiden Größen, z.B. das Volumen. Wenn man Kinder z.B. fragt, was schwerer ist, ein Kilogramm Eisen oder ein Kilogramm Bettfedern, antworten sie meistens: „ein Kilogramm Eisen“.

 

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